fahre1Die kroatische Küstengewässer bieten außenordentlich günstige Möglichkeiten für den Bootstourismus. Die Adriaküste, das Interessanteste Revier für Sportbootfahrer am Mittelmeer, hat in Kroatien einschließlich der über tausend Inseln eine Küstenlänge von mehr als 6000 km, die längste Mittelmeerküste innerhalb eines europäischen Landes.
Außer den zahlreichen großen und kleinen Häfen und Fischerorten gibt es an der kroatische Küste mehrere hundert Buchten und viele Anlegeplätzen, die Sportbooten aufnähmen können. Auf den Bild Fähre zwischen Korcula und Orebic.

26.12.2011

Geschichte Istrien

vrsarDie Küste war schon in der Steinzeit vor etwa 5000 Jahren besiedelt. In den Bronze- und Eisenzeit ließen sich dort illyrische Stämme nieder, die von einigen Küstenorten aus als Seeräuber operierten. Auch Griechische Kolonisatoren siedelten sich an 117 v. Chr. begannen die Römer, die Illyrer und die Griechen zu unterwerfen, wobei sie auch immer weiter in Landesinnere vordrangen. Die Eroberung war im 1. Jhr. n. Crh. Weitgehend abgeschlossen. Vom 7. Jhr. an erschienen slawische Stämme in Istrien. Zuerst besiedelten sie das innere der Halbinsel, dann rückten sie allmählich auch zu den alten Städten an der Westküste vor. 787 geriet Istrien in den Machtbereich der Franken, während die Küstenstädten und die Inseln im Kvarner Golf noch längere Zeit unter Oberhoheit des byzantinischen Reiches blieben. Herzog Ivan, den die Franken als ihren Statthalter eingesetzt hatten, siedelte in den Städten Slawen an und versuchte damit den römischen Einfluss zu verdrängen. Diese Politik der Slawisierung führte zu einem Konflikt zwischen den Städten und dem Herzog, der aber 804 in einer großen Versammlung am Fluss Rizana bei Koper vor den Abgesandten Karls des Großen beigelegt werden konnte.
Mitte den 10 Jhr. wurde Istrien von dem in Italien errichteten Königreich der Franken abgetrennt und dem Herzogtum Bayern zugeschlagen. Dann gehörte die Halbinsel verschiedenen binnenländischen Fürstentümern an, die jedoch von deutschen Kaisern abhängig blieben.
Im 11. Jh. Erhielt Istrien den Status einer selbständigen Mark, die unmittelbar der deutschen Keiserkrone unterstellt war,. Im Osten Istriens dehnten indessen die kroatischen Könige ihren Machtbereich weiter aus. Zunehmenden Einfluss gewannen aber auch die Patriarchen von Aquileia, die Bischöfe derb Küstenstädte und lokale Feudalherren. Die sich daraus entspinnenden ständigen Machtkämpfe fanden erst ihren Abschluss, als sich im 15. Jh. Die Venezianer weitgehend der Westküste Istriens bemächtigten, während die Ostküste an die Grafen von Görz und später an die Österreicher kam. Die Macht Venedigs endete im Frieden von Campo-Formio 1797, als Österreich die ganze Halbinsel erhielt. Vorübergehend gehörte Istrien (1809-15) den von Napoleon gebildeten Illyrieschen Provinzen an, dann kehrte es bis 1918 zu Österreich zurück. 1920 musste Jugoslawien Istrien an Italien abträten, das eine gezielte Italienisierung betrieb und wiederholt Aufstände von Slowenien und Kroaten hinnehmen musste. Nach der Kapitulation Italiens besetzten deutsche Truppen Istrien. Bis zwei Jahre nach dem zweiten Weltkrieg neutralisierten amerikanische und britische Verbände das zwischen Italien und Jugoslawien umstrittene Gebiet, dann wurde es endgültig Jugoslawien zugesprochen. Der Raum Triest wurde 1945 in zwei Zonen geteilt, wobei die Zone A von alliierten Truppen verwaltet wurde, während in der Zone B Jugoslawien die Administration übernahm. Erst 1945 kam die Zone A mit dem Stadtgebiet von Triest endgültig zu Italien, während die Zone B zum Bestandteil des neuen Jugoslawien erklärt wurde.

25.11.2011

Dalmatien

dalmatienViele Siedlungen Dalmatiens haben sich in ähnlicher Weise entwickelt. Prähistorische Funde in Höhlen beweisen, dass das Gebiet vielerorts bereits in der Steinzeit bewohnt war. Später siedelten hier keltische , dann illyrische Stämme. Zuerst auf den vorgelagerten Inseln, dann auch an Plätzen der Küste entstanden Ansiedlungen von Griechen und Phöniziern. Den Römern gelang es nicht überall, sich sogleich festzusetzen, als sie ab 200 v. Chr. Versuchten, an der Küste Dalmatiens Fuß zu fassen. Mettelus, der 118 v. Chr. die Besitzergreifung systematisch vorantrieb, hatte schließlich Erfolg mit seinem Bemühen, ganz Dalmatien Rom zu unterwerfen. Er erhielt fortan den Beinamen „Dalmaticus“.

Unter Roms Herrschaft blühten viele Ansiedlungen auf und wurden zu ertragreichen Kolonien. Hier wurde damals noch Gold gewonnen, hier verluden römische Schiffe Pelze und Purpurgewebe für die Stadt, Marmor, Wein und Öl. Gleichzeitig erblühte die Kunst, herrschten Wohlstand und sattes Besitzbürgertum in den römischen Kolonien. Erste Krisen- und Verfallserscheinungen zeigten sich, als sich die Ostgoten und die Hunnen der Küste näherten. 395 n. Chr. wurde unter Theodosius das Römische Reich geteilt, Dalmatien kam zum Herrschaftsbereich von Byzanz. Die Slawen, die seit dem Ende des 5. Jh. über die Karpaten nach Süden vordrangen und 567 unter die Herrschaft der blutrünstigen Awaren gerieten, begannen in der Folgezeit, auch Dalmatien durch ihre Raubzüge zu verunsichern. 614 zerstörten sie die nördlich Split gelegene blühende Großstadt Salona, später wurden sie in den eroberten Gebieten ansässig. Damit leiteten sie die Slawisierung des Küstengebietes ein.

799 besiegte Karl der Große die Awaren, worauf Dalmatien unter fränkische Gewalt geriet. Dann aber gewannen Kroaten die Oberherrschaft. 997 gelang es der Republik Venedig, viele dalmatinische Küstenorte zu erobern. 1053 befreite der Kroate Peter Kresimir das Gebiet und nahm den Titel eines Königs von Dalmatien und Kroatien an.

Von nun an verlief die Geschichte der Küstenorte höchst wechselhaft: Einmal hatte Venedig die Oberhand, dann wieder regierten kroatische und kroatisch-ungarische Könige, zeitweise auch lokale Fürsten. Manche reichen Städte behalten sich in diesem Machtkampf damit, dass sie an alle Seiten Tribute oder Bestechoungsgelder bezahlten. 1301 wendete sich das Blatt endgültig zugunsten von Venedig. Mit Ausnahme weniger Orte, darunter die autonome Republik Ragusa, unterstanden die Küstenorte seinem Machtbereich, während die vorrückenden Türken überall das Hinterland Dalmatiens besetzten.

Mit dem Ende der Republik Venedig 1797 fiel Dalmatien an Österreich. Im Frieden von Pressburg 1805 musste Österreich das Land an Napoleon I. abtreten, der es seinen Illyrischen Provinzen einverlebte. Dieses Zwischenspiel dauerte indessen nur bis 1815, als die Österreich wieder die Oberhoheit übernahmen. Nach dem Ersten Weltkrieg kam Dalmatien mit ausnehme von Zadar, das Italien zugesprochen wurde, an den Königreich Jugoslawien. Im Zweiten Weltkrieg waren einige Küstenstädte, die 1941-43 zunächst von italienischen Verbänden, nach der Kapitulation Italiens dann von deutschen Truppen besetzt waren, heftig umkämpft. Bombardements richteten vor allem in Split, Sibenik und Zadar erhebliche Zerstörungen an. Mit dem Aus- und Weiterbau der Adria-Magistrale wurde Dalmatien während der Nachkriegszeit schließlich zum bei ausländischen Urlaubern an der kroatischen
Adria beliebtesten Feriengebiet.

Daß Dalmatien heute ein bevorzugtes Ferienziel ist, verdankt es seiner Landschaft, seinem sonnenreichen Klima, seinen kulturhistorischen Höhepunkten und nicht zuletzt der Toleranz und Gastfreundschaft seiner Bewohner. Zwar können hier Urlauber keine sanft ins Meer abfallenden Sandstrände erwarten, doch überzeugt die Sauberkeit des Meeres viele, dass hier noch eine unverdorbene Ferienwelt geboten wird. Trachten und Folklore werden von skeptischen Urlaubern als „Show“ empfunden, doch überzeugt die herzliche Atmosphäre der farbigen Darbietungen davon, dass nicht immer nur der kommerzielle Hintergedanke das Motiv der Selbstdarstellung ist.

26.10.2011

Reiseziel Rijeka

Stadthafen in Rijeka

Stadthafen in Rijeka

Rijeka ist heute Kroatiens größte und wichtigste Hafenstadt. Im Norden dehnen sich Werften und Raffinerien aus, begrenzt von den Hauptverkehrsadern, zu der sich vor Rijeka die beiden von Trieste und Opatija heranführenden Straßen vereinen. Dieser Hauptverkehrsweg fällt von einem Berg vor der Stadt langsam ab bis zum Zentrum der Altstadt, das auf gleicher Höhe wie das Hafenbäcken liegt. Richtung Süden steigt dann die Straße wieder an. Im Hintergrund des um einen Golf gruppierten Szenariums von Industrieviertel und Altstadt liegen Anhöhen, die bis zu den kahlen Kämmen hinauf mit vielen Hochhäusern bedeckt sind. Rijeka ist für den Urlauber keine Ferienbleibe, keine Stadt, an deren Stränden (die es außerhalb gibt) man sich geruhsam erholen konnte. Doch wer auf Schiff, Flugzeug, Küstenbus, Bahn oder Bootsgenehmigung wartet, wird in der Stadt manch Sehenswertes finden.
Die Stadtverwaltung bemüht sich heute sehr darum in der Altstadt historische Bausubstanz zu erhalten. Viele alte Gebäude sind im letzten Krieg zerstört worden. Und gegenüber der Vielzahl neuer, moderner Bauten in den industrie- und Wohnvierteln auf den umliegenden Anhöhen nimmt sich der historische Kern beim Hafen nur klein aus.

6.10.2011

Zagreb

zagrebDie zweitgrößte Stadt Kroatiens und gleichzeitig Hauptstadt der Bundesland Kroatien bleibt für Touristen, die auf der Schnellstraße Ljubljana – Zagreb – Belgrad in den Süden rollen, künftig links liegen; eine Umgehungsstraße ist gebaut worden und von Zagreb sehen Durchreisende fast nur Neubauviertel. Für viele andere Touristen, die – meist in einer Reisegruppe – die Stadt besuchen ist Zagreb, früher Agram, nur ein Tagesaufenthalt. Dabei reichen drei Tage nicht aus um die Stadt und einiges aus ihrer Umgebung auch nur flüchtig kennenzulernen.

Umgebung von Zagreb:

Kumrovec, Dorf mit Titos Geburtshaus, erreichbar von der Straße Zagreb – Maribor, Abzweigung bei Oroslavje; Erholungsgebiet (Wandern, Skifahren).

Sljeme (1035 m) im Norden vom Zagreb am weithin sichtbaren Fernsehturm: Ausfallstraße Richtung Medvenica folgen, viele Ausflugs- und Feinschmeckerlokale am Straßenrand. Auffahrt mit 4 km langer Gondelbahn oder über 12 km Bergstraße, oben Sesselbahn.

Marija Bistrica, besonders an Wochenenden von Tausenden besuchter Wallfahrtsort in Norden Zagrebs; Straße Richtung Varazdin, bei Sesvete links abzweigen. Lohnende Anfahrt durch reizvolle kroatische Landschaft mit Bergen, Wiesen, Feldern, Bauernhäusern, Weinreben.

Schloss Mokrice (reizvolle Park auf Schlossberg), 16. Jh., jetzt Hotel und Restaurant an der Schnellstraße Zagreb – Ljubljana.

Die interessantesten Ausflugsziele im Hinterland von Istrien sind die Städtchen Motovun, Pazin, Beram, Buje, Groznjan, Oprtalj, Labin, Dvigrad, Pican und Gracisce, Draguc, Vizinada, Zminj, Tinjan, Buzet und viele andere. In den zahlreichen kleinen Orten des fruchtbaren Hinterlandes, wo kilometerweit Reben die Hügel bedecken, gibt es viele Weinlokale mit Freiluftgrills.

MOTOVUN liegt 20 km südöstlich von Buje, der Ort wird wegen seines historischen Stadtbildes gerühmt – mit alten Mauern, Türmen und Stadttoren auf einem 277 m über das Meer das Mirna-Tal überragenden Hügel. Auf dem Hauptplatz thronen ein massiger Glockenturm aus dem 13. Jh., daneben die Kirche im Renaissancestil und eine schöne Loggia aus dem 17. Jahrhundert.

Von Motovun in 18 km Entfernung dann PAZIN mit altem Stadtteil am Rande einer Schlucht, in der das Flüsschen Pazinski potok – typische Karsterscheinung - verschwindet. Das unheimliche Loch soll Dante zu seiner Schilderung des Höllenschlundes inspiriert haben, während Jules Verne das Kastell von Pazin, das am beste erhaltene in Istrien in seinem Roman „Mathias Sandorf“ beschrieben hat. In der Kathedrale kann man im Altarraum Wandmalereien aus dem 15. Jh. Sehen; der freistehende Glockenturm stammt von 1705. Zur Römerzeit lag hier das befestigte Lager Castrum Pisini.

5 km nordwestlich von Pazin schließlich das nächste lohnende Besichtigungsziels, das Dorf BERAM. In der Kirche des hl. Martin von 1431 trägt das Taufbecken eine glagolitische Inschrift. In Beram wurden auch illuminierte glagolitische Handschriften gefunden, die heute die Nationalbibliothek in Ljubljana verwahrt. Wichtiger als der Ort selbst ist für den Besucher ein Gang zum naheliegenden, 1 km entfernten Friedhof von Beram. Seine Kirche Maria in den Felsen (S. Marija na Skriljinah) enthält einen prachtvollen Zyklus von Wandmalereien, die von Vinzanz aus Kastav im späten 15. Jh. Geschaffen worden sind. Die Kompositionen „Totentanz“, „Anbetung der Hl. Drei Könige“ und „Glücksrad der Fortuna“ gelten als die bedeutendsten Schöpfungen mittelalterlicher Malerei in Istrien.

Mestrovic Museum in Split

Mestrovic Museum in Split

In Gefolge der Ereignisse der napoleonischen Ära(„Illyrische Provinzen“, 1809) entwickelt sich in (Jugoslawische Kunst) Kroatien ebenfalls eine bürgerliche Kunst, die sich, von romantischem Gedankengut getragen, um Bewusstmachung der eigenen Werte der Südslawen bemüht. Eine nationalistische Bewegung setzt ein und das Barock, hauptsächlich eine von der Kirche patronisierte, feudale Kunst, macht dem Klassizismus Platz.
Das Wiener Biedermeier übt einen starken Einfluss auf die kroatischen Künstler aus, auch römische Einflüsse werden spürbar. Maler dieser Zeit sind Josip Tominc (1790-1866) und Karas Vjekoslav (1821-1858).
Historismus:
In Kroatien werden Anfänge der Plein air-Malerei sichtbar: Milos Tenkovic (1849-1890), Celestin Medovic (1857-1920), Djordje Krstic (1851-1907).

Das Fin de siecle ist ebenfalls durch den Einfluss des Münchner Sezessionsstils gekennzeichnet; er wirkt aber stärker auf die Architektur als auf die Malerei. Als Bildhauer treten Robert Franges Mihanovic (1872-1940), Toma Rosandic (1878-1958) und vor allem Ivan Mestrovic (1883-1962) in Erscheinung, als Architekten Josip Plecnik (1872-1957, ein Schüler Otto Wagners und der Eliteder europäischen Architekten des frühen 20. Jahrhunderts angehörend) sowie Viktor Kovacic (1874-1924) und Branko Tanazevic (1876-1945).
Die moderne Plastik beginnt mit dem Einfluss sezessionistischen Gedankenguts und nach Rodins Vorbild in Werken von Mestrovic und Mihanovic.

22.08.2011

Hoehlen Kroatien

Karst Kroatien

Karst Kroatien

In den ausgedehnten Zonen des kroatischen uns slowenischen Karstes haben sich durch Auswaschung der löslichen Gesteine zahlreiche Höhlen gebildet, deren Gesamtzahl man nur schätzen kann (sicher über 10 000). Allein in Slowenien, wo die Höhlen am besten erforscht sind, befinden sich mehr als 3500, die in ihrer Mehrzahl aus den Kalkformationen der Trias-Jura- und Kreidezeit stammen.
In Innerkrain erstreckt sich entlang des unterirdischen Laufes der Pivka das Berühmteste Höhlenlabyrinth, die Postojnska Jama (Adelsberger Grotte), mit den anschließenden Grotten Otoska Jama, Crna Jama, Magdalenska Jama und Pivka Jama. Nach unerforschtem Verlauf erscheint die Pivka wieder in der Planinska Jama, wo sie den Rak aufnimmt, an dessen ebenfalls unterirdischem Lauf die Höhlen Zadnja Jama (Windisch –Grätz-Höhlen) und Tkalca Jama (Weber-Höhlen) liegen. Östlich von Postojna befindet sich schöne Krizna Jama (Kreuzberg-Höhle).
Die berühmteste Höhle in Niederkrain ist die Taborska Jama (Höhle von Tabor) mit der Ledenica Jama als Vorhof.
Im Triestiner Karst, am unterirdischen Lauf des Flusses Reka, liegen die Skocjanske Jame (Höhlen von St. Kanzian), mit mehreren Seitenhöhlen. Südwest vom Divaca befinden sich die noch wenig erschlossenen Höhlen Divaska Jama und Vilenica Jama (Feengrotte), südostlich die Dimnica Jama (Nebelgrotte).

3.07.2011

Wein Kroatiens

Weinrebe auf den Halbinsel PeljesacKroatiens Weinbaugeschichte reicht bis ins Altertum zurück. Bereits im 6. Jh. v. Chr. wurde auf den dalmatinischen Inseln der Adriaküste Weinbau betrieben. Unter dem römischen Kaiser Probus erfuhr die Rebe Kultur im 3. Jh. n. Chr. eine große Blütezeit.
Heute steht die Kroatien in der Weltrangliste der weinproduzierenden Länder an zehnter Stelle und mit Ausnahme des breiten Dinarischen Gebirgsrückens wird in allen Teilen der Bundesrepublik Wein Erzeugt. Die Palette der kroatischen Weine reicht von leichten fruchtigen Weißweinen im Norden bis zu ausgesprochenen schweren dunkelroten Weinen an der Adria. Sie tragen in der Regel ihre Herkunftsbezeichnung und den Namen der Rebsorte, wobei es sich vielfach um Abwandlungen bekannter Trauben aus den Nachbarländern (Österreich, Ungarn und Italien) handelt.
In jüngster Zeit verdrängen zunehmend westliche Standardsorten den traditionellen Rebenstand. So wurde z. B. die französische Bordeaux-Traube Merlot mit gutem Erfolg in Istrien eigeführt, ebenso erfreut sich die Cabernet-Traube vielerorts immer größerer Beliebtheit.
Zu den traditionellen kroatischen Spitzenweinen zählt Grasevina, erzeugt aus Riesling-Rebe und Zilavka aus Mostar in Herzegowina, mit zartem Aprikosenaroma. Bei den Rotweinen fanden die ungarische Rotweintraube Kadarka und der rumänische Ottonel weite Verbreitung.
Im Gegensatz zu den großen Genossenschaften im Norden und Osten des Landes findet man auf den dalmatinischen Inseln eine bemerkenswerte Vielfalt charaktervoller Weine, die oft aus winzigen, steinigen Parzellen unter Feigenbäumen wachsen. Besonders beliebt sind der trockene, fast Sherry-artige Grk aus Korcula, der angenehm frische Bodanusa von Hvar oder Brac, der leichte Vugava aus Vis, die starken, süßlichen Weine Dingac und Postup von der Halbinsel Peljesac und der starke Dessertwein Prosek.

Korcula-FestungRomanik:In Dalmatien ist die Romanik zu Anfang des 13. Jahrhunderts voll entwickelt (Kathedrale von Trogir, in gotischen Zeit vollendet; schöner Glockenturms; reiches Skulpturenportal von Meister Radovan, 1240; Taufkapelle von Andreas Alesi, 1467; Johanneskapelle von Nikola Firentinac / Niccolo Fiorentino, nach 1468, schönstes Beispiel der Dalmatinischer Renaissance). Auch der Romanische Dom von Zadar (Sveta Stosija), eine Basilika mit einer prächtigen Fassade von 1324, fällt in diese Zeit freistehender Glockenturm). Der schönste romanische Campanile Dalmatiens ist der vom Rab (12. Und 15. Jahrhundert); der 61 m hohe Glockenturm vom Split im 13. Jahrhundert begonnen, wurde um 1900 erneuert.
Parallel zu der einheimischen Malerschule von Raska treten in Dalmatien die ersten einheimischen Bildhauer von überregionaler Bedeutung auf. Andria Buvina schnitzt 1214 das große Holztor der Kathedrale von Split, mit 28 Reliefs aus dem Leben Christi. Das schönste Portal Dalmatiens ist das Hauptportal der Kathedrale von Trogir. Von Meister Radovan dürften auch die Reliefs am Campanile von Split stammen.
Gotik:Zu Beginn des 14. Jahrhunderts entwickelt sich entlang der Adriaküste eine rege Bautätigkeit (Franziskanerkloster in Dubrovnik, unterer Kreuzgang romanisch, um 1350 von Miho aus Antivari; Dominikanerkloster ebendort, 1304-1306). Jede größere Stadt besaß damals eine eigene Maler- und Steinmetzwerkstatt. Die dalmatinische Plastik im 14. Jh. lässt sich gut an den Ciborien in den Kathedralen von Trogir, Zadar und Kotor erkennen. Ende des Jahrhunderts entsteht die Markuskirche von Zagreb mit skulptiertem Südportal.
Renaissance:In den dalmatinischen Städten entstehen im 15. Jahrhundert bedeutende Kunstwerke, zum Teil noch Spätgotik, zum Teil schon der Frührenessaince angehörig: Dom von Sibenik, 1431 im Stil der venezianischen Gotik begonnen und 1536 vom Renaissance-Baumeister Nikola Firentinac / Niccolo Fiorentino mit einer kühnen Vierungskuppel vollendet, reich skulptiertes Hauptportal, Löwenportal am nördlichen Seitenschiff, 72 Portraitköpfe an den Apsiden von Juraj Dalmatinac; an diese Kathedrale vermischen sich romanische, gotische und Renaissanceformen. 1435-41 errichtet Onofrio Giordano della Cava in spätgotischem Still den Rectorenpalast (Dvor) von Dubrovnik, Vorhalle nach Entwürfen des Florentiners Michelozzo Michelozzi; um 1250bbaut Petar Andrijic ebendort die Christus- oder Erlöserkirche (Sveti Spas), das schönste Beispiel dalmatinischer Frührenaissance.
Auch öffentliche Bauten und Privatpalais werden nun häufiger gebaut, meist mit stark gotischen Zügen (z. B. Palais Cipiko in Trogir). Wegen der anhaltenden Türkengefahr bauen die Städte ihre Befestigungen aus (u.a. Dubrovnik).
Die dalmatinischen Bildhauer des 15. Jahrhunderts arbeiten in Dalmatien und Italien. Boninus aus Mailand wirkt in Split und Sibenik , Georgius Dalmaticus / Juraj Matejev aus Zadar in Sibenik, Split und Dubrovnik. Die Kapelle des Ivan Ursin (1468) in Trogir ist ein Werk der Künstler Andria Alesi, Nikola Firentinec und Ivan Duknovic / Giovanni Dalmata. Dubrovnik besitzt im 15. Jahrhundert auch hervorragende Gold- und Silbe Schmiedemeister, so Jovan Progonovic und Jovann aus Basel. Auch die Dalmatinische Malerei löst sich im 15. Jahrhundert von den byzantinischen und gotischen Einflüssen. Die bedeutendste einheimische Malschule besitzt Dubrovnik mit den Meistern Nikola Bozidarovic und Mihajlo Hamzic. Die schwierigen politischen Verhältnisse (venezianische und türkische Fremdenherrschaft) bringen die eigenständige dalmatinische Kunstentwicklung fast zum Stillstand. Allerdings arbeiten viele venezianische Künstler für Dalmatien.

Barock:Durch den Verfall der türkischen Macht beginnt um 1700 ein neuer kultureller Aufschwung. In Slowenien entwickelt sich das Barock in Zusammenhang mit den Kräften der Gegenreformation (Jesuiten). Auch das Barock ist in Kroatien vor allem von italienischen Künstlern getragen, so dem Maler Giulio Quaglio, dem Bildhauer Francesco Robba und dem Architekten Marino Groppelli (Dubrovnik: Sveti Vlaho, Blasius Kirche, 1706-1715). Während die Blasius Kirche in Venezianischen Barock erbaut ist, weisen die Kathedrale (Velika Gospa, 1671-1713) und die Jesuiten Kirche Stilelemente des römischen Barock auf. Im Laufe des 17. Und 18. Jahrhunderts gewinnen die einheimischen Künstler an Ansehen, bleiben aber von lokaler Bedeutung. Vor allem die Meister des ländlichen Barock (Hinter Glass und Ikonenmalerei, Holzschnitzerei) entwickeln künstlerische Eigenständigkeit.

Kategorien

Tags

Kategorien

Letzte Artikel