Allgemeine Geschichte Kroatien

Landnahme und erste Stadtgründungen der Slawen:

Das Gebiet des ehemaligen Jugoslawien ist bereits in der Steinzeit besiedelt. In historischer Zeit sitzen im westen die Stämme der Viehzüchtenden und seefahrenden Illyrer im Osten Thraker.

7. Jh. v. Chr. Die Griechen beginnen an der Adria Kolonien zu gründen. (Hvar).

229 v. Chr. Mit dem Krieg gegen die Illyrer nimmt die Eroberung der Balkanhalbinsel durch die Römer ihren Anfang um nach hartnäckigen Kämpfen erst unter Augustus abgeschlossen zu werden. Die Bevölkerung wird romanisiert. Nur südöstlich der Linie Skutari Skopje Nis Balkangebierge bleibt griechischer Spracheinfluss und Kultureinfluss vorherrschend. Die römische Provinzkultur breitet sich aus (Split, Salona, Pula).

395 n. Chr. Mit der Teilung des Römischen Reiches kommt ein Teil östlich der Linie Belgrad Skutari, bald aber auch der westliche Teil zu Byzanz.

6.-7. Jh. Die Slawen, die seit dem Ende des 5. Jahrhunderts aus Ihrem Uhrheimat über die Karpaten nach Süden vordringen und 567 unter die Herrschaft der Awaren geraten, unternehmen seit Justinian häufige Einfälle über die Donau, später gemeinsam mit den Awaren Raubzüge (Zerstörung von Sirmium 582, von Salona 614), um erst unter Heraclius auf dem Balkan sesshaft zu werden. Die romanische Bevölkerung zieht sich in die gebirgigen Teile zurück (Wlachen); nur an der Adria behauptet sie sich mit ihrer Sprache und Kultur, bis sie auch hier nach der Jahrtausendwende der Slawisierung zu erliegen beginnt.

823 Nach dem Aufstand des Kroaten Ljudevit werden die Herzöge durch deutsche Grafen ersetzt. Seitdem bleibt das politische Schicksal der Slowenen bis 1918 mit dem des Deutschen Reiches bzw. des Habsburgerstaates verbunden.

799 Nach Karls der Große Sieg über die Awaren gerät zunächst Pannonisch Kroatien, bald darauf auch Dalmatisch Kroatien unter fränkische Herrschaft.

Mitte 9. Jh. Trpimir begründet im Küstenland eine nationale Dynastie, die unter Zdeslav die fränkische, unter Branimir auch die byzantinische Herrschaft abwirft und Kämpfe gegen Bulgaren und Venedig zu bestehen hat.

925 Tomislav nimmt den Königstitel an, nachdem er seinem Staate auch Pannonisch Kroatien im Kampf gegen die Ungarn einverleibt hat.

Die Christianisierung erfolgt im Nordwesten bei den Slowenen durch Bayerische Mission (8. Jhr.), bei den Kroaten durch Franken bzw. von Aquilea aus (Anfang 9. Jhr.)

Die mittelalterlichen Staaten bis zum Türkeneinbruch:

Trotz äußerer macht hat das kroatische Reich Tomislavs mit beträchtlichen inneren Schwierigkeiten zu kämpfen: Machtstreben der aus den Stämmen hervorgegangen Adelsgeschlechter, der Gegensatz zwischen Romanen und Slawen sowie zwischen lateinischer und slawischer Kirche schaffen fortgesetzte schwerwiegende Spannungen. Unter Stephan Drzislav (969-995; seit 988 Königen von Kroatien und Dalmatien) erlebt der Staat dank Byzanz, das ihm die Küstenstädte und die Inseln überlässt, einen neuen Aufstieg.

11. Jhr. nach Rückschlägen durch Venedig und abermaliger byzantinischer Herrschaft (1019) kann sich der Staat unter Kresimir IV (1058-1073) zu neuer Blüte aufschwingen, die inneren Gegensätze bleiben gleichwohl bestehen.

1060 Verbot der des slawischen Gottesdienstes durch die Kurie.

1090 Dem Aussterben der einheimischen Dynastie folgen Thronkämpfe. Der zum König gewählte Peter Svacic fällt 1097 in der Schlacht gegen die Ungarn.

1102 Durch die mit dem ungarischen König Koloman getroffene Übereinkunft Pacta conventa wird Kroatien in Personalunion mit Ungarn vereinigt in dessen politische Abhängigkeit es zunehmend gerät. Gleichzeitig ist der Adel eifersüchtig auf die Wahrung kroatischer Rechte und Interessen bedacht.

13./14. Jhr. Von Kroatien erbt Ungarn den Kampf um Dalmatien. Nach dem Mongolensturm (1241)teilt Bela IV. das Land in die zwei Banate Kroatien-Dalmatien und Slawonien in denen mächtige Adelsgeschlechter zur erblichen Banus Würde aufsteigen. Ludwig I. zwingt den Adel zur Botmäßigkeit und Venedig zum Verzicht auf Dalmatien.

1409 Ladislaus von Neapel verkauft seine Rechte auf Dalmatien an Venedig, das in den folgenden Jahrzehnten die Städte und Inseln in Besitz nimmt und bis zu seinem Untergang (1797) beherrscht.

1537 Mit dem Beginn des 15. Jahrhunderts beginnen die Türkeneinfälle in Kroatien, dessen Adel 1493 eine schwere Niederlage erleidet. Nach der Schlacht bei Mohac wird das Vordringen der Türken durch die Kämpfe zwischen den Anhängern des J. Zapolya und Fernands von Habsburg erleichtert. Große Gebiete (Nord Bosnien, Lika, Krbava, Slowenien und das engere Kroatien bis zur Save und Kupa) geraten unter ihrer Herrschaft, so dass nur ein kleiner Teil des kroatischen Volksbodens seit 1527 in der Hand der Habsburger verbleibt. Hier gewinnt Agram, das schon 1094 zum Bischofsitz erhoben worden war, wachsende Bedeutung als Mittelpunkt des Kroatentums.